20 Schlüsselfragen und Antworten zum PCB-Planartransformator-Design, die grundlegende Konzepte, Kernauswahl, Wicklungslayout, Kontrolle parasitärer Parameter, thermisches Design und Prozessimplementierung abdecken.

Original: Experte für magnetische Bauteile

Flachtransformatoren sind Spezialtransformatoren, die Kupferfolie auf Leiterplatten als Wicklungen verwenden. Ihre Konstruktion erfordert wiederholte Kompromisse zwischen elektrischer Leistung, Wärmemanagement und Fertigungskosten. Im Folgenden finden Sie 20 wichtige Fragen und Antworten zur Konstruktion von Flachtransformatoren auf Leiterplatten. Diese behandeln grundlegende Konzepte, die Kernauswahl, das Wicklungslayout, die Kontrolle parasitärer Parameter, das thermische Design und die Prozessumsetzung.

1. Frage: Was ist ein Planartransformator? Worin besteht der wesentliche Unterschied zu herkömmlichen gewickelten Transformatoren?
Antwort: Ein Flachtransformator ist ein Transformatortyp, der flache Kupferfolie auf einer mehrlagigen Leiterplatte als Wicklung verwendet. Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass herkömmliche Transformatoren mit lackiertem Draht um den Kern gewickelt sind, während die Wicklungen von Flachtransformatoren aus spiralförmig auf die Leiterplatte geätzten Kupferfolien bestehen. Der Magnetkern (üblicherweise Ferrit) ist direkt auf der Leiterplatte befestigt. Diese Bauweise verleiht ihm die Eigenschaften geringe Bauhöhe (flaches Profil), hohe Leistungsdichte und ausgezeichnete Stabilität.

2. Frage: Was sind die Hauptvorteile der Verwendung von PCB-Planartransformatoren?
Antwort: Zu den wichtigsten Vorteilen gehören:
1. Hoher Wirkungsgrad und geringe Streuinduktivität: Die Wicklungskopplung ist eng, und die Streuinduktivität kann üblicherweise unter 0,2 % gehalten werden.
2. Gute Wärmeableitungsleistung: Die flache Struktur bietet ein größeres Verhältnis von Oberfläche zu Volumen, kürzere Wärmekanäle und ermöglicht eine einfache Wärmeableitung.
3. Gute Konsistenz: Parasitäre Parameter werden durch die Genauigkeit der Leiterplattenfertigung bestimmt, und die Produktleistung kann reproduziert werden, wodurch es sich sehr gut für die automatisierte Produktion eignet.
4. Niedriges Profil: Die Gesamthöhe ist deutlich reduziert, wodurch es sich für die Oberflächenmontage (SMT) und hochempfindliche Modulstromversorgungen eignet.

3. Frage: Was sind die größten Herausforderungen oder Nachteile bei der Konstruktion von Planartransformatoren?
Antwort: Die größte Herausforderung besteht darin:
1. Große verteilte Kapazität: Aufgrund der großen parallelen Fläche und des geringen Abstands zwischen den flachen Kupferfolien ist die parasitäre Kapazität (CPS) zwischen der Primär- und Sekundärseite in der Regel größer als bei herkömmlichen Transformatoren, was sich auf die EMV- und Hochfrequenzeigenschaften auswirken kann.
2. Begrenzte Windungszahl: Die Anzahl der Leiterplattenlagen und der Herstellungsprozess begrenzen die Gesamtzahl der erreichbaren Windungen. Dies ist in der Regel für Situationen mit relativ wenigen Windungen geeignet (z. B. Halbbrückentopologie).
3. Geringe Fensterausnutzung: Das PCB-Substrat (Epoxidharz) nimmt einen beträchtlichen Teil des Raums im Magnetkernfenster ein, und der Kupferfüllkoeffizient ist relativ niedrig (ca. 30 %).

4. Frage: In welchem ​​Frequenzbereich arbeitet ein planarer Transformator typischerweise?
Antwort: Flachtransformatoren eignen sich besonders für Hochfrequenzanwendungen und arbeiten typischerweise im Frequenzbereich von einigen zehn kHz bis zu mehreren MHz. Dank ihres flachen Leiters, der den Skin-Effekt effektiv reduziert, bieten sie einen deutlichen Effizienzvorteil bei hohen Frequenzen.

Auswahl des Magnetkerns und der Materialien
5. Frage: Welche Magnetkernformen werden üblicherweise für Planartransformatoren verwendet? Wie wählt man sie aus?
Antwort: Gängige Magnetkerne sind der E-Typ, der RM-Typ und der ER/ETD-Typ.
•E-Typ (z. B. EI, EE): Niedrige Kosten, gute Wärmeableitung, große Fensterfläche, geeignet für Anwendungen mit hohem Strom, jedoch schlechte Schirmdämpfung.
•RM-Typ (Dosentyp): Die kreisförmige Mittelsäule kann die Wicklungslänge verkürzen (Kupferverluste reduzieren), hat eine gute Selbstabschirmungswirkung, eine geringe Streuinduktivität, aber das Fenster ist relativ klein.
•ER/ETD-Typ: Er vereint die Vorteile des großen Fensters vom Typ E und der runden Mittelsäule vom Typ RM.

6. Frage: Welches Material wird üblicherweise für den Magnetkern eines Planartransformators verwendet?
Antwort: Fast alle verwenden hochfrequente, weichmagnetische Ferritwerkstoffe, wie beispielsweise Philips 3F3, 3F4 oder TDK PC40/PC95. Diese Werkstoffe weisen geringe magnetische Kernverluste (Hysterese- und Wirbelstromverluste) bei hohen Frequenzen auf.
7. Frage: Wie hoch ist der Fensterausnutzungskoeffizient eines Magnetkerns? Warum ist er beim Flachtransformator niedriger?
Antwort: Der Fensterausnutzungskoeffizient gibt den Anteil der Kupferleiter an, der tatsächlich im Fensterbereich des Magnetkerns belegt ist. Bei herkömmlichen Transformatoren liegt er bei etwa 0,4, bei Flachtransformatoren üblicherweise nur bei 0,25 bis 0,3. Dies liegt daran, dass neben der Kupferfolie auch zahlreiche Epoxidharz-Isolierschichten (PP und Kern) den Fensterbereich der Leiterplatte belegen.

Wicklungsdesign und -layout
8. Frage: Wie können die Wicklungen eines planaren Transformators auf einer Leiterplatte in Reihe oder parallel geschaltet werden?
Antwort: Die Verbindung zwischen den Schichten wird durch Durchgangslöcher (Vias), vergrabene Löcher oder Sacklöcher auf der Leiterplatte hergestellt.
•Serienschaltung: Durch die Verwendung von Durchkontaktierungen werden die Spiralwicklungen verschiedener Lagen Ende an Ende verbunden, um die Windungszahl zu erhöhen.
•Parallelschaltung: Durch die Parallelschaltung mehrerer Spulenlagen wird die Stromtragfähigkeit erhöht; üblicherweise wird sie bei Sekundärwicklungen für niedrige Spannungen und hohe Stromstärken eingesetzt.

Frage: Was ist „Interleaving“- oder „Insertionstechnologie“? Warum müssen wir das tun?
Antwort: Interleaving bezeichnet die abwechselnde Anordnung der Primärwicklung (P) und der Sekundärwicklung (S) in Lagen, beispielsweise in der PSPS- oder SPS-Struktur. Die Vorteile sind: 1. Reduzierung der Streuinduktivität: Verbesserung der magnetischen Kopplung zwischen Primär- und Sekundärwicklung.
2. Reduzierung des Wechselstromwiderstands: Dadurch wird der Hochfrequenzstrom gleichmäßiger im Leiter verteilt und die durch den Proximity-Effekt verursachten Verluste werden reduziert.

10. Frage: Welche Auswirkungen haben unterschiedliche Wicklungsanordnungen (z. B. P/S-Trennung vs. Verschachtelung) auf die Streuinduktivität und die parasitäre Kapazität?
Antwort: Das ist eine typische Kompromissbeziehung.
•Getrennter Aufbau: große Streuinduktivität, aber geringe parasitäre Zwischenschichtkapazität.
• Einfache Sandwich-Schaltung (wie z. B. PSP): Die Streuinduktivität wird deutlich reduziert, aber die parasitäre Kapazität steigt.
•Tief verschachtelte Schaltungen (z. B. PSPS): Die Streuinduktivität lässt sich minimieren, die parasitäre Kapazität jedoch maximieren. Entwickler müssen je nach Schaltungsanforderungen Kompromisse eingehen, beispielsweise bei LLC-Schaltungen, die die Streuinduktivität nutzen, und bei hartschaltenden Schaltungen, die die Kapazität steuern.
11. Frage: Was ist beim Design von Leiterplattenwicklungen für Hochspannungs- oder Hochstromanwendungen zu beachten?
Antwort: Hoher Strom: Um den Strom zu leiten, sind dicke Kupferfolien (z. B. 2 oz-4 oz), mehrlagige Parallelschaltungen und die Verwendung mehrerer paralleler Durchkontaktierungen erforderlich, und es wird eine externe Wärmeableitung eingesetzt.
• Hochspannung: Es muss ein ausreichender Isolationsabstand (Kriechstrecke und elektrischer Luftspalt) gewährleistet sein. Beispielsweise fordert die Norm IEC 60950, dass die Isolationsdicke zwischen den Primär- und Sekundärkanten üblicherweise über 400 μm liegen sollte.

Parasitäre Parameter und Hochfrequenzeigenschaften
Frage: Warum ist die Streuinduktivität von Planartransformatoren wichtig? Wie lässt sie sich kontrollieren?
Antwort: Streuinduktivität kann beim Abschalten des Schalters Spannungsspitzen verursachen und die Grenzfrequenz im Hochfrequenzbereich begrenzen. In Resonanzschaltungen wie LLC kann Streuinduktivität als Teil der Resonanzinduktivität genutzt werden. Methoden zur Reduzierung der Streuinduktivität umfassen: versetzte Wicklungen, Verringerung der Dicke der Isolierschicht zwischen den Wicklungen und vollständige Ausrichtung der Primär- und Sekundärwicklung.
13. Frage: Wie lässt sich die große verteilte Kapazität von Planartransformatoren optimieren, um elektromagnetische Störungen zu reduzieren?
Antwort: Zu den Methoden zur Reduzierung der verteilten Kapazität gehören die Erhöhung der Dicke der Isolierschicht zwischen den Primär- und Sekundärwicklungen (wodurch sich jedoch die Streuinduktivität erhöht), das Einfügen einer Erdungsschirmschicht zwischen den Primärstufen und die Optimierung des Wicklungslayouts zur Verringerung der Überlappungsfläche zwischen den Schichten.

14. Frage: Was sind der Skin-Effekt und der Proximity-Effekt? Wie geht man mit Flachtransformatoren um?
Antwort: Bei hohen Frequenzen fließt der Strom tendenziell zur Oberfläche des Leiters (Skin-Effekt). Das Magnetfeld benachbarter Leiter führt zusätzlich zu einer ungleichmäßigen Stromverteilung (Näherungseffekt), was den Wechselstromwiderstand erhöht. Flachtransformatoren verwenden flache und dünne Kupferfolie als Leiter. Deren Dicke ist typischerweise geringer als die Eindringtiefe bei der jeweiligen Frequenz, wodurch diese Hochfrequenzverluste effektiv reduziert werden.
Thermische Auslegung und Technologie
15. Frage: Was ist die Hauptwärmequelle bei planaren Transformatoren? Wie kann die Wärme abgeführt werden?
Antwort: Wärme entsteht hauptsächlich durch Verluste im Magnetkern (Hystereseverluste) und in den Wicklungen (Kupferverluste, insbesondere durch Wechselstromwiderstände). Der Vorteil der flachen Bauweise liegt in der großen Oberfläche, über die die Wärme direkt vom Magnetkern und der äußeren Kupferfolie der Leiterplatte abgeführt werden kann. Transformatoren werden üblicherweise auf Aluminiumsubstraten oder Kühlkörpern montiert, und wärmeleitender Klebstoff kann die Wärmeableitung weiter verbessern.

16. Frage: Wie beeinflussen die Kupferdicke und die Leiterbahnbreite der Leiterplatte das Design? Welche Strombelastbarkeit wird empfohlen?
Antwort: Die Dicke des Kupfers bestimmt die Strombelastbarkeit pro Breiteneinheit. Gängige Kupferdicken sind 1 oz (ca. 35 μm) und 2 oz (ca. 70 μm). Die Stromdichte wird üblicherweise zwischen 20 und 50 A/mm² gewählt. Die Leiterbahnbreite muss anhand des effektiven Stromwerts, der zulässigen Temperaturerhöhung und der Fertigungsmöglichkeiten der Leiterplatte (z. B. minimale Leiterbahnbreite/Leiterbahnabstand) bestimmt werden.
17. Frage: Warum wird beim PCB-Stack-Design Wert auf Symmetrie gelegt?
Antwort: Die symmetrische laminierte Struktur (mit gleichmäßiger Dicke und Kupferverteilung) kann die thermischen und mechanischen Spannungen der Leiterplatte während des Laminierprozesses ausgleichen und so ein Verziehen (Biegeverformung) der Leiterplatte nach der Verarbeitung wirksam verhindern. Dadurch wird die Montageausbeute der Transformatoren und der feste Sitz der Magnetkerne sichergestellt.

18. Frage: Wie ist der Magnetkern befestigt? Warum können wir ihn nicht mit Klebstoff an die Klebefläche kleben?
Antwort: Magnetkerne werden üblicherweise mit Klammern (bei Schlitzmagnetkernen) oder Epoxidharzklebern fixiert. Wichtig: Der Klebstoff darf niemals auf die Klebefläche (Mittelsäule) des Magnetkerns aufgetragen werden, da sonst unnötige Luftspalte entstehen, die die magnetische Permeabilität und Induktivität verringern. Der Klebstoff sollte am äußeren Rand des Magnetkerns aufgetragen werden.

Antwort: 1 Spezifikationsbestimmung: Ermitteln Sie das Windungsverhältnis, die Induktivität, die Leistung und die Frequenz auf Basis der Topologie.
2. Auswahl des Magnetkerns: Verwenden Sie die AP-Methode (Flächenproduktmethode), um die Größe des Magnetkerns abzuschätzen und das geeignete Magnetkernmaterial und die geeignete Magnetkernform auszuwählen.
3. Windungsberechnung: Berechnen Sie die Windungszahlen auf der Primär- und Sekundärseite, um eine magnetische Sättigung zu vermeiden.
4. Wicklungsanordnung: Ordnen Sie die Wicklungen in der PCB-Software an, um die Stapelstruktur zu bestimmen (ob versetzt, wie parallel/seriell).
5. Verlust- und Temperaturanstiegsbilanzierung: Schätzen Sie die Kupfer- und Eisenverluste, um sicherzustellen, dass der Temperaturanstieg im zulässigen Bereich liegt.
6. Extraktion parasitärer Parameter: Durch Simulation oder Berechnung wird geprüft, ob die Streuinduktivität und die verteilte Kapazität die Anforderungen erfüllen.
7. Leiterplatten-Konstruktionszeichnung

20. Frage: Worin unterscheiden sich die Designansätze bei der Verwendung von Planartransformatoren in Vorwärts- und Rückwärtswandlern?
Antwort:
Vorwärts-/Brückenwandler: Transformatoren dienen hauptsächlich der Energieübertragung und Isolation. Der Fokus der Konstruktion liegt auf der Reduzierung der Streuinduktivität (Vermeidung von Spannungsspitzen) und der Minimierung der Verluste. Die geringe Streuinduktivität von Planartransformatoren ist hierbei ein entscheidender Vorteil.
Sperrwandler: Der hier verwendete „Transformator“ ist eigentlich eine gekoppelte Induktivität, die Energie speichern muss. Daher benötigt der Magnetkern einen Luftspalt, um eine Sättigung zu verhindern. Der Fokus der Konstruktion liegt auf der präzisen Steuerung der Luftspaltgröße, um die gewünschte Empfindlichkeit zu erzielen und gleichzeitig die durch den Luftspalt verursachten erhöhten Verluste in der Umgebung zu minimieren.


Veröffentlichungsdatum: 16. März 2026

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